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Die Handwerkerstuben in Feuchtwangen bewahren ein Stück Alltagskultur, in dem das traditionelle Handwerk nicht nur sichtbar, sondern spürbar bleibt. Sie erzählen vom Wert der Handarbeit, von Präzision ohne Perfektionismus, von Berufen, die nicht nur Erwerbsarbeit, sondern Ausdruck von Identität und Können waren.
Untergebracht im Westflügel des ehemaligen Benediktinerklosters, zeigen die Handwerkerstuben sechs original erhaltene Werkstätten Feuchtwanger Handwerksmeister, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten noch in der alten Tradition ausübten. Es sind keine musealen Nachbildungen, sondern authentische Räume, in denen sich Leben und Arbeit untrennbar verbanden.
Man betritt die Stube des Zuckerbäckers und sieht die geschnitzten Holzmodeln für den „Eierzucker“, das typische Weihnachtsgebäck der Region. In der Blaufärberei wird sichtbar, wie Indigo und Leinen über Wochen zu Stoffkunst wurden, mit Techniken, die heute unter dem Namen „Batik“ wiederentdeckt werden. Hier erhält der alte Spruch „blau machen“ plötzlich Bedeutung, wenn man erfährt, dass die Färber am Montag frei hatten – der Stoff musste trocknen.
Auch der Töpfer ist vertreten, mit Drehscheibe, Tonmühle und Fußarbeit – ein Handwerk, das von Rhythmus, Gefühl und Materialverständnis lebte. Der Zinngießer wiederum zeigt, wie aus heißem Metall alltägliche Gegenstände wurden – gegossen, poliert, mit Würde verwendet. In der Schusterwerkstatt, die mit Wohnraum verschmilzt, offenbart sich, wie sehr Arbeit Teil des Lebens war. Und in der Weberei erinnern Spinnrad und Haspel daran, dass Kleidung einst aus regionalem Flachs entstand.
Die Handwerkerstuben sind eine Außenstelle des Fränkischen Museums Feuchtwangen und können nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
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