27 Okt

Termine und Zeiten

27.10.2019 – 27.10.2019 · 15:00 Uhr

Veranstaltungsort

Fränkisches Museum Feuchtwangen
Museumstraße 19
91555 Feuchtwangen

Veranstalter

Fränkisches Museum Feuchtwangen
Museumstraße 19
91555 Feuchtwangen
09852/2575
www.fraenkisches-museum.de
info@fraenkisches-museum.de

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Feuchtwangen in 100 Objekten"

Zeitreisen

In der öffentlichen Führung am Sonntag, 29.09.2019 werden die Geschichten hinter den Objekten erzählt.
Handwerk, Gewerbe und Verwaltung in früherer Zeit sind Themen der Ausstellung. Wer heute zur Stadtkasse im Rathaus geht, findet eine moderne Verwaltung vor. Die Stadtkasse des 18. Jahrhunderts war eine eiserne Truhe mit mächtigem Schloss, handgeschmiedet, die bereits in leerem Zustand so schwer ist wie ein Tresor. Sie enthielt die baren Geldmittel der Stadt und stand früher im Rathaus. Ihre Einkünfte bezog die Stadt aus Rechten, die ihr vom Stadtherrn übertragen worden waren: Sie setzten sich zusammen aus Zöllen und Erträgen städtischen Eigentums (z.B. Verpachtung der Ziegelhütte). In seiner Chronik nennt Bürgermeister Johann Georg Bärmeyer die diversen städtischen Steuern und Abgaben: Ungeld (Steuer auf alkoholische Getränke), Zoll, Grund- und Erbzinsen, Herdgeld, Bürgergeld, Schutz- und Schirmgeld, Viehfall, Nachsteuer und Lichtmesssteuer. Dem standen Ausgaben gegenüber, für städtische Bedienstete, Erhaltung der Straßen, Armenfürsorge, elementare Schulen und Baumaßnahmen. Auf der Lohnliste standen unter anderem der Stadttürmer, der Musicus, der Stadtförster, der Fischmeister, der Torwärter, der Totengräber, die städtische Hebamme und ein Arzt. Sie wurden zusätzlich auch mit Naturalien entlohnt, etwa mit einigen Klaftern Holz aus dem Stadtwald und mit Fischen aus der Sulzach.

Ein eiserner Schlüssel, Ausleger der Schlosserei Hezel, datiert 1724, erzählt von dieser alteingesessenen Familie. 1534 ließ sich Leonhard Hezel in Feuchtwangen nieder. Seine Nachfahren in männlicher Linie waren alle Schlossermeister, die den Betrieb nach und nach erweiterten um Eisenhandel, Haushaltwaren und Baustoffe. „Bauklotz Hezel“ ist heute ein führender Qualitätsbaumarkt in der Dinkelsbühler Straße, geführt in 13. Generation.

Von neu Zugezogenen erzählen andere Objekte, Migrationsgeschichten, die berührend sind. In Feuchtwangen angekommen ist Nazir Hürriyetoglu, der 1973 als einer der ersten Gastarbeiter bei REHAU arbeitete. Angekommen ist Dr. Hans-Georg Müller, der nach einer spektakulären Tunnelflucht aus der DDR 1963 über Stationen in Bonn, Berlin und Hof sich 1978 als Internist und Betriebsarzt in Feuchtwangen niederließ. Die braune Ledertasche mit seinen Ausweispapieren, Zeugnissen und blauen Frotteesocken schob er im Fluchttunnel vor sich her. Angekommen ist 1992 Johanna Mantsch, sie stammt aus Siebenbürgen. Ihre Siebenbürger Tracht mit „Goldstück“ und Fronsen ist in der Ausstellung zu sehen.

Eintritt frei!

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